Die Kanarischen Inseln sind nicht nur ein Traumziel für Sonnenanbeter, Wanderfreunde und Surfer – auch unter Wasser haben sie eine Menge zu bieten. Mit ganzjährig milden Temperaturen, kristallklarem Wasser und einer beeindruckenden Unterwasserwelt zählen die Kanaren zu den Top-Destinationen für Taucher in Europa.

Tauchen auf den Kanaren: Was erwartet dich?

Zugegeben: Wer farbenprächtige Korallenriffe à la Karibik oder Südostasien erwartet, wird auf den Kanaren etwas anderes erleben – aber nicht weniger Faszinierendes. Die vulkanische Herkunft der Inseln zeigt sich auch unter Wasser: Statt bunter Riffe erwarten dich hier zerklüftete Lavazungen, bizarre Felsformationen, Tunnel, Höhlen und steile Abbruchkanten.

Diese karge, fast mondartige Unterwasserlandschaft hat ihren ganz eigenen Reiz – rau, ursprünglich und geheimnisvoll. Gelbschwämme, Anemonen und gelegentliche Farbtupfer durch Fischschwärme sorgen für lebendige Kontraste. Die Sichtweite unter Wasser beträgt oft über 30 Meter – perfekte Bedingungen also für ausgedehnte Erkundungstouren.

Artenvielfalt – auch ohne Korallenriffe

Auch wenn die farbenfrohen Korallen fehlen, ist das Leben unter Wasser alles andere als langweilig. Du kannst hier regelmäßig Barrakudas, Zackenbarsche, Rochen, Muränen und gelegentlich Schildkröten sehen. In tieferen Bereichen sind auch Engelhaie keine Seltenheit – ein echtes Highlight für viele Taucher. In geschützten Gebieten wie dem Meeresschutzgebiet La Restinga auf El Hierro tummeln sich zudem besonders viele Arten. 

Wetter und Wassertemperaturen – das ganze Jahr tauchbar

Einer der großen Vorteile der Kanaren ist ihr ganzjährig mildes Klima. Die Lufttemperaturen bewegen sich selbst im Winter oft zwischen 18 und 24 °C, im Sommer kann es deutlich wärmer werden – jedoch ohne extreme Hitze.

Die Wassertemperaturen liegen zwischen 18 und 24 °C. Die kältesten Monate sind Januar bis März, mit etwa 18–20 °C im Wasser. Für viele Taucher ist das noch völlig in Ordnung – vorausgesetzt, man hat den richtigen Anzug dabei.

Empfohlen wird in dieser Zeit ein 7 mm Neoprenanzug, idealerweise mit Kopfhaube und ggf. Unterziehweste oder Shorty für besonders Verfrorene. Wer im Sommer taucht, kommt oft auch mit einem 5 mm Anzug aus – je nach persönlichem Kälteempfinden. Viele Tauchbasen beraten hier individuell und bieten auch Leihequipment in verschiedenen Stärken an.

Wie du dich bei kühleren Temperaturen zusätzlich vor dem Auskühlen schützen kannst und worauf es beim Kälteschutz unter Wasser ankommt, erfährst du im Artikel Zusätzlicher Kälteschutz beim Tauchen: So bleibst du warm unter Wasser.

Welche Kanaren-Inseln sind besonders zum Tauchen geeignet?

Fast jede der sieben Kanarischen Inseln bietet gute Tauchmöglichkeiten – doch einige stechen besonders hervor:

  • El Hierro
    Ein echter Geheimtipp für Natur- und Ruhesuchende. Die kleine Insel im Westen ist vor allem für das Meeresschutzgebiet rund um La Restinga bekannt – hier gibt es besonders viele Fischarten, spektakuläre Steilwände und beste Sichtverhältnisse. Ideal für erfahrene Taucher, aber auch gut organisiert für Anfänger.
  • Lanzarote
    Dank der vulkanischen Unterwasserwelt besonders abwechslungsreich. Das Highlight ist das Museo Atlántico, Europas erstes Unterwassermuseum mit Skulpturen. Rund um Playa Chica findest du viele Tauchspots für jedes Level – vom Einstieg bis zum Höhlentauchgang.
  • Teneriffa
    Die größte Insel punktet mit Infrastruktur und Vielfalt. Ob Wracktauchen in Tabaiba, Schildkröten bei El Puertito oder Strömungstauchgänge an der Südostküste – hier ist für jeden etwas dabei. Besonders für Urlauber, die Tauchen mit anderen Aktivitäten kombinieren wollen, ist Teneriffa ideal.
  • Gran Canaria
    Die Ostküste bietet faszinierende Lavaformationen und eine große Artenvielfalt. Auch hier ist Tauchen vom Ufer aus möglich – unkompliziert und ohne lange Anfahrten.
  • La Palma
    Noch recht ruhig und ursprünglich – perfekt für alle, die abseits der Massen tauchen möchten. Los Cancajos ist der bekannteste Spot, aber es gibt rund um die Insel viele kleinere Buchten mit Lavabögen, Spalten und Höhlen.

Tauchen auf den Kanaren – Pro & Kontra

Vorteile Nachteile
Ganzjährig tauchbar dank mildem Klima (18–24 °C Wassertemperatur)Keine tropischen Korallenriffe – Landschaft eher karg als bunt
Einfach erreichbar: ca. 4,5 Stunden Flug aus Deutschland oder ÖsterreichWintermonate etwas frisch – ohne geeigneten Neoprenanzug schnell kalt
Beeindruckende Vulkanlandschaften unter Wasser: Höhlen, Spalten, LavaformationenAtlantik kann rau sein, Wellengang & Wind gehören dazu
Gute Sichtweiten von 20–30 m

Fazit

Tauchen auf den Kanaren ist nicht knallig-bunt – sondern wild, vulkanisch und eindrucksvoll. Wer sich für die dramatische Kulisse unter Wasser, spannende Geologie und Atlantikfauna interessiert, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Die professionelle Infrastruktur, das milde Klima und die gute Erreichbarkeit machen die Inseln zudem zum perfekten Ziel für Taucher aller Erfahrungsstufen – zu jeder Jahreszeit

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