Wenn man an Teneriffa denkt, kommen vielen sofort Sonne, schwarze Strände und der imposante Teide in den Sinn. Aber die größte der Kanarischen Inseln hat nicht nur über, sondern auch unter Wasser einiges zu bieten. Im März habe ich mir eine Woche Tauchurlaub auf der Vulkaninsel gegönnt – und war begeistert.

Warum Teneriffa ein tolles Tauchziel ist

Teneriffa liegt auf Höhe der Sahara und gehört politisch zu Spanien – perfekte Bedingungen für eine ganzjährige Tauchsaison. Selbst im Winter sinken die Wassertemperaturen selten unter 19 Grad, im Sommer werden es bis zu 25 Grad. Die Sichtweiten sind oft hervorragend, die Unterwasserwelt abwechslungsreich, und vor allem an der Süd- und Westküste sind die Bedingungen meist ruhig und gut vorhersehbar – ideal für Anfänger und Fortgeschrittene.

Was man unter Wasser auf Teneriffa entdecken kann

Die Unterwasserlandschaften Teneriffas sind durch vulkanischen Ursprung geprägt – und genau das macht sie besonders spannend. Statt farbenfroher Korallenriffe erwarten einen hier dramatische Felsformationen, Höhlen und Lava-Tunnel, die durch erkaltete Lava entstanden sind. Dazu kommt eine vielfältige Tierwelt:

  • 🐢 Meeresschildkröten, die an bestimmten Spots regelmäßig vorbeischauen
  • 🦈 Engelhaie, die sich im Sand tarnen – besonders im Winter gut zu entdecken
  • 🐙 Oktopusse und Sepien, perfekt getarnt zwischen den Lavasteinen
  • 🐟 Barrakudas, Makrelen- und Sardinenschwärme, die beeindruckend durch das Wasser ziehen
  • 🦞 Muränen, Trompetenfische, Papageienfische, Kugelfische und viele mehr
  • 🧱 Und als Highlight: kleine Wracks, die inzwischen als künstliche Riffe dienen

Die Farben sind zwar nicht tropisch-bunt, aber die geologische Kulisse und die Artenvielfalt machen jeden Tauchgang einzigartig.

Mein Trip im März: Tauchen mit Barbarian Diving

Ich war Anfang März auf der Insel – in der Nebensaison. Das hatte zwei große Vorteile: Zum einen war wenig los an den Spots, zum anderen hatten wir das unglaubliche Glück, die ganze Woche über nur zu zweit mit unserer Tauchlehrerin unterwegs zu sein. Persönlicher und entspannter geht es kaum!

Getaucht bin ich mit Barbarian Diving, einer kleinen, super organisierten Tauchbasis im Süden Teneriffas. Die Ausrüstung war in Top-Zustand, die Tauchlehrerin extrem erfahren und herzlich. Wir haben vorwiegend Landtauchgänge gemacht, das heißt: Mit dem Auto zum Spot, Ausrüstung anlegen und direkt vom Ufer ins Wasser. An einem Tag haben wir außerdem zwei Bootstauchgänge gebucht – perfekt, um die Spots aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Die Wassertemperatur lag bei rund 20 Grad. Mit einem 7mm-Anzug war das gut machbar, gegen Ende der Woche wurde es allerdings ein wenig frisch – ein zusätzlicher Unterzieher hat aber für Abhilfe gesorgt.

Wenn du wissen möchtest, wie du dich bei solchen Bedingungen optimal vor Kälte schützen kannst, schau dir unseren Artikel Zusätzlicher Kälteschutz beim Tauchen: So bleibst du warm unter Wasser an.

Meine Tauch-Highlights auf Teneriffa

Jeder Spot hatte seinen eigenen Reiz, aber diese drei sind mir besonders in Erinnerung geblieben:

  • Las Eras – Ein spannender Landtauchgang, der mit bizarren Lavaformationen beginnt und in eine ruhige Seegraslandschaft übergeht. Dort konnten wir mehrere Schildkröten beim Grasen beobachten, und auch Rochenhaben sich zwischen den Felsen blicken lassen. Die Kombination aus Geologie und Tierbegegnungen war hier besonders schön.
  • Pal-Mar Wall – Eine beeindruckende Steilwand, die sich nach unten ins Blau öffnet. Wir haben hier zahlreiche Rochen gesehen – mal elegant schwebend, mal dicht am Boden liegend. Eine Schildkröte kam ebenfalls vorbei, und angeblich lassen sich an diesem Spot sogar regelmäßig Delfine blicken. Wir hatten leider kein Glück, aber allein die Möglichkeit, sie dort zu sehen, gibt dem Tauchgang eine besondere Spannung.
  • El Peñón (Wrack) – Mein persönliches Highlight: ein kleines, verwittertes Wrack, das mittlerweile vielen Meeresbewohnern als Unterschlupf dient. Es hat etwas Magisches, inmitten dieser stillen Kulisse zu schweben – ein bisschen mystisch, ein bisschen geisterhaft, und einfach wunderschön.

Mein Fazit

Teneriffa hat mich als Tauchziel absolut überzeugt. Die Mischung aus guter Infrastruktur, abwechslungsreichen Spots, persönlichen Erlebnissen und der vulkanischen Unterwasserwelt macht die Insel zu einem perfekten Ziel für alle, die dem Alltag für ein paar Tage entfliehen und abtauchen wollen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Für uns steht fest: Teneriffa war nur der Anfang – wir wollen definitiv auch die anderen Kanarischen Inseln unter Wasser entdecken. Jede Insel soll ihren eigenen Charakter haben, und wir sind gespannt, was uns dort noch alles erwartet. In diesem Beitrag beschreibe ich, was es auf den anderen Inseln zu sehen gibt, besonders die einzigartigen Tauchspots und das, was sie für Taucher zu bieten haben.

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