Ablauf der Open Water Diver (OWD) Tauchausbildung
Die Open Water Diver (OWD) Tauchausbildung ist der erste Schritt in die faszinierende Welt des Tauchens. Mit diesem international anerkannten Tauchschein kannst du eigenständig mit einem Tauchpartner abtauchen – sei es in einem See, Fluss oder Meer. Diese Tauchausbildung vermittelt alle wichtigen theoretischen und praktischen Grundlagen, um sicher unter Wasser zu agieren. Die OWD Tauchausbildung besteht aus drei Hauptkomponenten: Theorie, Praxis im begrenzten Wasser und Freiwassertauchgänge.
1. Theoretische Ausbildung
Die Theorie der OWD Ausbildung vermittelt die notwendigen Grundlagen für sicheres Tauchen. Dazu gehören:
- Physik des Tauchens: Druck, Auftrieb, Gase und ihre Wirkung
- Ausrüstungskunde: Bestandteile und Funktionsweise der Tauchausrüstung
- Tauchmedizin: Auswirkungen des Tauchens auf den Körper, mögliche Krankheiten die während oder nach dem Tauch auftreten können (z.B. die Dekompressionskrankheit)
- Tauchgangsplanung: Sicherheitsregeln, Notfallverfahren, Umweltschutz
Der Theorieteil wird oft durch Online-Lernmodule oder Lehrbücher unterstützt und mit einer abschließenden Prüfung geprüft.
2. Praxis im begrenzten Wasser
Nach der Theorie beginnt das praktische Training in einem Pool oder einem geschützten Bereich eines Gewässers. Die benötigte Tauchausrüstung wird in der Regel von der Tauchschule gestellt, sodass keine eigene Ausrüstung erforderlich ist. Hier werden unter sicheren Bedingungen die grundlegenden Tauchfertigkeiten erlernt, darunter
- Maske ausblasen
- Tarierungskontrolle
- Herausnehmen und Wiedererlangen des Atemreglers
- Aufstiegs- und Notfalltechniken
Diese Übungen dienen dazu, Sicherheit und Selbstvertrauen unter Wasser aufzubauen.
3. Freiwassertauchgänge
Der spannendste Teil der Open Water Diver Ausbildung sind die mindestens vier Freiwassertauchgänge, die meist in einem See oder im Meer stattfinden. Dabei werden die erlernten Fähigkeiten unter realen Bedingungen angewendet. Ziel ist es, sich sicher und entspannt unter Wasser zu bewegen.
Während dieser Tauchgänge zeigt der Schüler, dass er:
- Sicher tauchen kann
- Die grundlegenden Techniken beherrscht
- Mit seinem Tauchpartner zusammenarbeitet
4. Abschluss & Zertifizierung
Nach bestandener Theorieprüfung und erfolgreichem Abschluss der Freiwassertauchgänge erhält der Teilnehmer die OWD-Zertifizierung. Damit darf er weltweit bis zu 18 Meter tief tauchen und an weiterführenden Kursen teilnehmen.
Dauer und Flexibilität der Ausbildung
Die OWD-Ausbildung kann auf unterschiedliche Weise absolviert werden:
- Kompaktkurs: Innerhalb einer Woche, z. B. während eines Urlaubs an einem Tauchresort. Dies ist ideal für alle, die schnell den Tauchschein machen möchten und viel Zeit am Stück investieren können.
- Modularer Kurs: Aufgeteilt über mehrere Wochenenden oder Abende – perfekt für alle, die die Ausbildung von zuhause aus beginnen und Theorie & Poolstunden flexibel einteilen möchten.
Beide Varianten führen zum gleichen Zertifikat – die Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen und Zeitmöglichkeiten ab.
Zusätzlich gibt es das Referrer-Modell, bei dem Theorie und begrenztes Wassertraining an einem Ort (z. B. in einem Schwimmbad und er nähe von deinem Wohnort) absolviert werden, während die Freiwassertauchgänge an einem anderen Ort, oft in wärmeren Gewässern, durchgeführt werden. Diese Variante ist besonders praktisch für alle, die sich bereits vor ihrem Urlaub vorbereiten möchten, um vor Ort direkt mit den Freiwassertauchgängen zu starten. Erfahrene Tauchlehrer berichten, dass Schüler, die zumindest die Grundausbildung in Deutschland absolviert haben, oft besser vorbereitet sind. Das liegt möglicherweise daran, dass in heimischen Tauchschulen oft mehr Zeit für die Ausbildung zur Verfügung steht und die Gruppen tendenziell kleiner sind, was eine intensivere Betreuung ermöglicht.
Da nicht jede Tauchschule dieses Modell unterstützt, erkundigt euch am besten vorab bei deiner lokalen oder gewünschten Tauchschule, ob eine Ausbildung im Referrer-Modell möglich ist.
Kosten der OWD Tauchausbildung
Die Kosten für die Open Water Diver Tauchausbildung variieren je nach Tauchschule, Standort und gewähltem Kursmodell. In der Regel liegen die Preise zwischen 350 und 600 Euro. In diesem Preis sind meist folgende Leistungen enthalten:
- Theoretische Schulung (inkl. Lehrmaterialien oder Online-Kurse)
- Pooltraining und Freiwassertauchgänge
- Leihausrüstung (z. B. Tauchanzug, Maske, Flossen, Atemregler, Tarierweste)
- Prüfungsgebühren und Zertifizierungskosten
Zusätzliche Kosten können für persönliche Ausrüstungsteile wie Maske, Schnorchel und Flossen (auch ABC Ausrüstung genannt) anfallen, die oft empfohlen werden, um eine bessere Passform und Hygiene zu gewährleisten. Es lohnt sich, vor der Buchung genau zu prüfen, welche Leistungen im Kurspreis enthalten sind.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Kosten der OWD Tauchausbildung beeinflusst, ist die Gruppengröße. Kleinere Gruppen ermöglichen eine individuellere Betreuung und intensiveres Training, was sich oft in einem höheren Preis widerspiegelt. In größeren Gruppen hingegen werden mehrere Tauchschüler gleichzeitig ausgebildet, wodurch die Ausbildung meist günstiger ist, jedoch weniger persönliche Betreuung bietet. Es lohnt sich, sich im Vorfeld bei der Tauchschule zu erkundigen, wie groß die Gruppen maximal sind. Zwar geben die Tauchorganisationen in ihren Richtlinien eine Höchstanzahl an Schülern pro Tauchlehrer vor, doch viele Tauchschulen in Deutschland setzen bewusst auf kleinere Gruppen, um eine höhere Ausbildungsqualität zu gewährleisten.
Unterschiedliche Tauchorganisationen
Die Open Water Diver Ausbildung wird von verschiedenen Tauchorganisationen angeboten. Alle Zertifikate sind weltweit anerkannt, dennoch gibt es einige Unterschiede in der Ausbildungsmethodik und den Schwerpunkten:
PADI (Professional Association of Diving Instructors)
- Weltweit die größte Tauchorganisation
- Standardisierte Ausbildung mit vielen digitalen Lernmöglichkeiten
- Sehr verbreitet und fast überall anerkannt
SSI (Scuba Schools International)
- Ebenfalls eine international anerkannte Organisation
- Setzt verstärkt auf digitales Lernen über die SSI-App
- Flexible Kursgestaltung – der Tauchlehrer kann die Reihenfolge der Übungen individuell anpassen
CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques)
- Europäischer Verband mit einem etwas stärkeren Fokus auf theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten
- Verwendet ein Sternesystem (z. B. 1-Stern-Taucher als Einsteigerniveau, 2-Sterne-Taucher als Fortgeschrittene)
- Wird vor allem in Europa oft bevorzugt, aber weltweit anerkannt
NAUI (National Association of Underwater Instructors)
- Stärkere Betonung auf die Sicherheitsaspekte und die Entscheidungsfreiheit der Tauchschüler
- Häufig in den USA verbreitet
- Bietet ebenfalls eine international anerkannte OWD-Zertifizierung
Letztendlich sind alle Organisationen anerkannt, und es gibt keine großen Unterschiede in der Praxis – das Wichtigste ist, eine seriöse und erfahrene Tauchschule zu wählen, die den Kurs anbietet, der am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.
